Zeitung in der Schule - Die Klasse 8b bearbeitete das Thema

"Wie verkehrsgerecht verhalten sich die Bürger unseres Heimatortes?"

Die folgenden Artikel erschienen am 6.12.2007 im Holsteinischen Courier.

Geschwindigkeitsmessung im Bereich Rudolf-Tonner-Schule / Volkshaus

Bei unserer Recherche interessierte uns auch, ob die Autofahrer(innen) die Geschwindigkeitsbegrenzung im Hürsland beachten. Wegen der vielen Schulkinder ist hier besondere Vorsicht geboten. Also haben wir mit unserem Klassenlehrer Herrn Wagner und den beiden Polizeibeamten Herrn Schröder und Herrn Paasch verabredet, zu schnelle Fahrer(innen) anzuhalten und zu ihrem Verhalten zu befragen. Herr Schröder organisierte die Geschwindigkeitsmessung mithilfe eines Videofahrzeugs der Verkehrsüberwachung. Dieses Fahrzeug steht täglich an unterschiedlichen Punkten in Neumünster und fotografiert automatisch die schnellen Fahrzeuge. Bis zu 300 Bilder sind schon einmal an einem Tag gemacht worden. Sehr beeindruckt waren wir, als man uns sagte, dass allein die Messanlage rund eine halbe Million Euro kostet. Die beiden Polizeibeamten aus Tungendorf bildeten den Anhalteposten und wir bekamen die Möglichkeit mit den Fahrern zu sprechen. Der erste zu schnelle Fahrer wurde kurz nach Beginn der Messung mit 46 km/h gestoppt. Er stammte aus Tungendorf und sah auch sofort ein, dass er sich falsch verhalten hatte. Wir ließen ihn schätzen, um wie viel Meter sich sein Anhalteweg verlängern würde, wenn er 16 km/h zu schnell fährt. Wir haben nämlich herausgefunden, dass er bei 30 km/h ca. 13 m braucht, um zum Stehen zu kommen.

Dass sich diese Strecke bei seiner Geschwindigkeit verdoppeln würde, hat ihn sehr überrascht und der Gedanke, dass dadurch schwere oder sogar tödliche Verletzungen bei einem angefahrenen Kind verursacht werden könnten, brachte ihn schon zum Nachdenken. Sehr erleichtert waren er und die anderen Geschwindigkeitssünder jedoch, als ihnen gesagt wurde, diese Aktion sei eine präventive Maßnahme und es würde kein Bußgeld fällig.

Die gemessenen Geschwindigkeiten lagen zwischen 39 und 46 km/h. Dabei ist schon eingerechnet, dass grundsätzlich 3 km/h als Toleranz abgezogen werden.

Als wir fragten, warum die Fahrer(innen) zu schnell gefahren sind, gaben sie als Gründe Unaufmerksamkeit und Zeitmangel an. Fast alle hatten schulpflichtige Kinder oder Enkel und sie hielten die Begrenzung der Geschwindigkeit für sinnvoll. Wir fragten auch, wie sie von unserer Aktion hielten und alle fanden sie gut. Festgestellt haben wir auch, dass mehr Frauen als Männer zu schnell waren und dass fast alle Altersgruppen vertreten waren. Gewundert haben wir uns über einige Fußgänger, die an uns und den stadtteilbekannten Polizeibeamten ohne ein freundliches „Moin“ vorbei gingen. Nach einer Stunde kamen wir zu der Erkenntnis, dass sich die meisten Autofahrer(innen) an die Regeln hielten und auch kein wirklicher „Raser“ dabei war.

Kim, Denise und Herr Schröder befragen "schnelle" Fahrer

Timo und Alessandro informieren sich über die Technik des Messwagens

 

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